13. März 2021
Ein wichtiger Bestandteil des neuen Alltags im Ausland ist oft das Essen. Koreanisches Essen unterscheidet sich doch sehr von dem Essen, das man von daheim gewohnt ist. Einen Überblick über die koreanische Küche und die bekanntesten Gerichte erhaltet ihr hier.
Scharf, salzig und gesund?
Was macht die koreanische Küche („Hansik“) aus? Wie auch in vielen anderen asiatischen Küchen ist Reis ein zentrales Nahrungsmittel und wird mit fast jeder Mahlzeit serviert. Suppen und Eintopfe sind ebenfalls Grundnahrungsmittel der koreanischen Küche. Meistens wird entweder Sojasauce, Schärfe, oder Fermentierung bei der Zubereitung angewendet (manchmal auch mehrere kombiniert). Viele Gerichte haben auch eine gewisse Schärfe, die meistens von der Chilipaste („Gochujang“) kommt. Ich persönlich finde, dass das Essen hier normalerweise nicht unglaublich scharf ist. Vielleicht habe ich mich aber auch nur mittlerweile dran gewöhnt. Es gibt aber immer noch genügend Gerichte, die gar nicht scharf sind.
Darüber hinaus hat die koreanische Küche den Ruf, eher gesund zu sein. Es wird vergleichsweise wenig Fett verwendet, jedoch viel Salz. Daher hat das Essen oft einen sehr hohen Natriumgehalt. Wie gesund man sich hier ernährt, hängt immer noch sehr stark davon ab, welches koreanische Essen man vorwiegend zu sich nimmt.
Ein wichtiges Merkmal der koreanischen Küche sind die vielen Nebenspeisen („Banchan“), die bei einer Mahlzeit serviert werden und in der Regel kostenlos in Restaurants sind. Es gibt hierbei eine unglaublich große Vielfalt, einige Beispiele sind Sojabohnensprossen, gerolltes Omelett, Lotuswurzeln mit Sojasauce, gebratene Zucchini, gebratener Fischkuchen, gebratene Sardellen. Man kann sich beim Essen gehen jedes Mal aufs Neue überraschen lassen, welche Banchan serviert werden.
„Kimchi“ ist vermutlich das Bekannteste Banchan, das gibt es wirklich überall. Es handeltet sich um fermentiertes, gesalzene und scharfes Gemüse (häufig Chinakohl und koreanischer Rettich). Ich erkläre es Leuten oft als das koreanische Sauerkraut, damit man sich das besser vorstellen kann. Es ist übrigens bei vielen Haushalten hier üblich, für das Kimchi einen zweiten Kühlschrank zu haben (da es einen sehr starken Geruch haben kann).
Die berühmtesten Gerichte/Speisen im Überblick:
- Kimbap: Oft als „die koreanische Version von Sushi“ bezeichnet, ist Kimbap Reis, der in Seealgenblätter gewickelt und mit Sesamöl zubereitet wird. Als Füllung wird oft gelber Rettich, Ei, Gurke, Karotte, Fischkuchen und Fleisch verwendet. Wird sehr oft auch als Take-Out und als Snack gegessen.
- Jiggae (Eintopf): Eintöpfe mit scharfer Suppe und Gemüse gibt es mehrere, beispielsweise Sundubu-Jiggae (mit Tofu), Kimchi-Jiggae (mit Kimchi), Budae-Jiggae (mit sehr diversen Zutaten wie Schinken, Würstchen, Bohnen, Ramen, Käse, Tofu).
- Bulgogi: Rindfleisch, eingelegt in einer leicht süßlichen Sauce. Wird mit Gemüse serviert, normalerweise als Eintopf (mit Glasnudeln) oder mit Reis.
- Samgyeopsal: gegrillter Schweinebauch, serviert mit Gemüse und Dip. Besonders beliebtes Fleisch für koreanisches BBQ.
- Bibimbap: Ein Klassiker, bestehend aus Reis (Bap), serviert mit Gemüse und Ei, manchmal auch mit Rindfleisch.
- Jeon: koreanische Pfannkuchen, Varianten sind Haemul-Pajeon ( mit Lauch und Fisch) und Kimchi Jeon (mit Kimchi)
- Samgyetang: Ginseng-Hühnchen-Suppe, wird traditionell als sehr gesundes Gericht gesehen. Das Hühnchen ist üblicherweise mit Knoblauch, Reis und Ginseng gefüllt.
- Naengmyeon: kalte, dünne Buchweizen-Nudeln; entweder mit Brühe (Mul Naengmyeon) oder scharfer Soße (Bibim-Naengmyeon) serviert. Besonders beliebt im Sommer.
- Tteokbukki: gebratene Reiskuchen (Tteok) in scharfer Soße, wird oft mit Fischkuchen, Eiern, und Frühlingszwiebeln serviert. Ist auch ein beliebtes Streetfood.
Ich selbst bin ein großer Fan der koreanischen Küche und finde es sehr schade, dass es daheim nicht so ein großes Angebot davon gibt. Auch wenn einige Sachen erstmal etwas fremd erscheinen können, kann ich euch nur ermutigen, alles mindestens einmal zu probieren! Die meisten Austauschstudenten sind während ihrer Zeit hier ebenfalls große Fans von Hansik geworden. Guten Appetit!